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Lake Natron und Ol Doinyo Lengai

Ein ätzender roter Sodasee unter einem aktiven Vulkan - Brutplatz fast aller ostafrikanischen Flamingos.

Überblick

Der Natronsee liegt im heißesten und tiefsten Teil des tansanischen Grabenbruchs: ein flacher Sodasee, dessen Wasser 60 Grad erreichen kann, mit einem pH-Wert nahe dem von Ammoniak. Fast nichts lebt darin - und genau darum ist er wichtig: Das ätzende Wasser hält Raubtiere fern, und praktisch die gesamte ostafrikanische Population des Zwergflamingos, weit über zwei Millionen Vögel, brütet hier und sonst nirgends. Aus der Luft leuchtet der See tiefrot von den salzliebenden Mikroorganismen, die zugleich die Flamingos ernähren. Darüber erhebt sich der Ol Doinyo Lengai, der Berg Gottes der Massai, der einzige aktive Vulkan der Erde, der Natrokarbonatit-Lava fördert - so kühl, dass sie schwarz fließt und beim Verwittern weiß wird. Der Aufstieg ist eine brutale Nachtkletterei über rund 1.700 Höhenmeter losen Ascheschütts, meist ab Mitternacht, um bei Sonnenaufgang am Krater zu stehen. Das Gebiet ist Massailand: trocken, heiß, dünn besiedelt, mit Wasserfällen in der Engare-Sero-Schlucht und Hominidenspuren in vulkanischer Asche.

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